Unser Gesellschafter Hans Schwenninger kontrolliert Wildbienen im Rahmen des ASP auf einer Fläche bei Mannheim
Die Schwarze Mörtelbiene (Megachile parietina) hat in Baden-Württemberg nur noch wenige Vorkommen, die im Rahmen des ASP-Wildbienen intensiv betreut werden.
Artenschutzprogramm (ASP) Baden-Württemberg - Wildbienen
Das Arten- und Biotopschutzprogramm Baden-Württembergs, verankert in § 39 NatSchG, ist ein wichtiges und besonders praxisnahes Instrumentarium des Landes zum Schutz und Erhalt stark bedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume. Es ist von zentraler Bedeutung für die biologische Vielfalt im Land.
Ziel des Arten- und Biotopschutzprogramms ist es, vom Aussterben bedrohte und hochgradig gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sowie solche Arten, für die das Land eine besondere Verantwortung hat, im Bestand zu stabilisieren und zu fördern. Durch intensive Betreuung (Kontrolle der Populationen), Absprache mit Grundstückseignern und -bewirtschaftern, Abschluss von Extensivierungs- und Pflegeverträgen, spezielle Pflege der Standorte u. ä. konnte und kann das Überleben zahlreicher vom Aussterben bedrohter Populationen erreicht werden.
Die fachliche Basis bilden die zu verschiedenen Artengruppen erschienenen „Grundlagenwerke". Das Wissen zu Biologie, Lebensweise, Verbreitung, Gefährdung und Schutzmaßnahmen der heimischen Arten, dass von zahlreichen Experten und Expertinnen und den Staatlichen Naturkundemuseen im Land in diesen Büchen zusammengetrage wurde, ist die Grundlage für gezielte Erhebungen und Pflegemaßnahmen.
Das Artenschutzprogramm für besonders gefährdete Wildbienen basiert auf einer Auswertung des Grundlagenwerks „Die Wildbienen Baden-Württembergs“ (Westrich 1990), in dem langjährig erhobene Daten zu Faunistik, Biologie und Ökologie der in Baden-Württemberg vorkommenden Bienenarten dokumentiert sind. Ziel des Schutzprogramms ist es, diese Kenntnisse in die Praxis umzusetzen, um Vorkommen hochgradig gefährdeter und für Baden-Württemberg besonders bedeutsamer Bienenvorkommen durch gezielte Schutz- und Pflegemaßnahmen zu erhalten und zu fördern. Hierbei wurden im Lauf der nun 25-jährigen Umsetzungstätigkeit unseres Gesellschafters Hans Schwenninger vielfach Neuland beschritten und Maßnahmen konzipiert und umgesetzt, die bislang noch nirgendwo dokumentiert waren. Unter anderem wurden auch Blühmischungen für die Etablierung von Nahrungshabitaten und die Anlage von Nisthügeln entwickelt.
Die Auswahl der zu bearbeitenden Wildbienenarten erfolgt anhand einer Liste der "ASP-Arten", die in Zusammenarbeit mit allen Regierungspräsidien des Landes erstellt wird. Vorkommen von Populationen seltener und hochgradig bedrohter Arten werden von einem Netzwerk von Wildbienengutachtern und Kartierern gemeldet und zentral bei den Regierungspräsidien dokumentiert.
Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Schwarze Mörtelbiene (Megachile parietina) hat Hans Schwenninger 2003 im Rahmen des ASP die Arbeitsgemeinschaft "Schwarze Mörtelbiene" initiiert, um unter Förderung der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg eine Gefährdungsanalyse und ein Hilfsprogramm für die Schwarze Mörtelbiene zu erarbeiten.
Das Kompetenzzentrum Wildbienen bearbeitet seit 2021 Wildbienen in den Regierungsbezirken Stuttgart und Karlsruhe.
Die Große Sandgängerbiene (Ammobates punctatus) kommt in Baden-Württemberg nur in Sandgebieten der Rheinebene vor. Ihre Bestände sind fast erloschen
Die Große Spiralhornbiene (Systropha planidens) nutzt nur Ackerwinde (Convolvulus arvensis) als Pollenquelle und ist in Baden-Württemberg extrem selten
Die seltene Dünen-Steppenbiene (Nomioides minutissimus) ist in Baden-Württemberg eine ASP-Art, die auf Binnendünen der Rheinebene vorkommt