Ökologie – Faunistik – Taxonomie – Schutz

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Wildbienenarten in Deutschland

Auch wenn Biologie und Faunistik der Wildbienen in Mitteleuropa gut erforscht sind, wissen wir noch nicht alles über Wildbienen. Aktuelle Beobachtungen ersetzen immer wieder alte Fehleinschätzungen, neue Verhaltensweisen und sogar neue Arten können noch entdeckt werden. Die Lebensweise vieler Arten ist zwar in Grundzügen bekannt, aber Detailwissen z.B. zu Duft- und Signalstoffen, Schutzstoffe gegen Verpilzung der Brut, Resilienz gegenüber Krankheitserregern etc. liegt kaum vor. Auch fehlen für einzelne Bienenarten noch Kenntnisse zum Blütenbesuch und der Ressourcennutzung. Des Weiteren sind die Auswirkungen anthropogener Einflüsse (Landschaftswandel, Umweltverschmutzung, Insektizide, Verschleppung von Krankheitserregern) unzureichend bekannt.

Die Verbreitung vieler Arten in Deutschland ist vergleichsweise gut dokumentiert, jedoch verschieben sich die Arealgrenzen einiger Arten infolge der Klimaerwärmung nach Norden oder in höhere Lagen. Einwanderungen von südlichen Arten könnten einheimische Arten verdrängen. Dies erfordert eine kontinuierliche Beobachtung der Populationen, um mögliche Gefährdungsursachen frühzeitig zu erkennen, damit rechtzeitig effiziente Erhaltungsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Der Schutz von Wildbienen erfordert profunde Kenntnisse zu Lebensweise, klimatischen Präferenzen und Toleranz gegenüber Veränderungen ihrer  Habitate. Damit Maßnahmen zum Erhalt bzw. zur Förderung von Populationen erfolgreich sind, müssen sie maßgeschneidert auf die Lebensraumansprüche der noch vorkommenden Arten ausgerichtet sein.

Ausgewählte Projekte

Forschung

Wildbienen im Stadtgebiet Stuttgart

Im Stadtgebiet von Stuttgart wird die Populationsentwicklung von Wildbienen untersucht. Das Projekt wird durch den Naturschutzfonds der Landeshauptstadt Stuttgart finanziell gefördert.

Forschung

Kommission zur Taxonomie

Das Kompetenzzentrum Wildbienen aktualisiert im Rahmen des Projekts „Kommisson zur Taxonomie“ die Checkliste der Bienen Deutschlands. Sie soll sowohl Fachleuten als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.